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Icon Trendtalk YZAlpha - Trendforschung Simon Schnetzer

Der Trendbericht ĂŒber Generationengerechtigkeit erforscht, was die junge Generation fĂŒr generationengerecht hĂ€lt und wie sie die Krise als Chance fĂŒr eine nachhaltige Zukunft sehen. An erster Stelle zur BewĂ€ltigung steht digitale Bildung und die Herausforderung, dass alle daran teilhaben.

Die hier dargestellten Trendthesen zum Thema Generationenrechtigkeit basieren auf einer nicht reprĂ€sentativen Trendanalyse mit deutschsprachigen Vertreter*innen der Generation Z zum Thema „Generationengerechtigkeit aus Sicht der Generation Z“ und einem Experteninterview mit Dr. Wolfgang GrĂŒndinger, Sprecher der Stiftung fĂŒr die Rechte zukĂŒnftiger Generationen.


1 . GenZ Trendanalyse: Die 3 wichtigsten Erkenntnisse

Bei Digitalisierung mĂŒssen wir alle mitnehmen

Um krisenfester zu werden mĂŒssen wir die Digitalisierung vorantreiben. Damit allerdings alle Generationen daran teilhaben können, mĂŒssen wir einerseits auf die Ausstattung achten und insbesondere auch Lehrer, FĂŒhrungskrĂ€fte und Ă€ltere Menschen fĂŒr die Nutzung schulen und unterstĂŒtzen.

Auf das Miteinander kommt es an

Politik und Medien mĂŒssen das generationenĂŒbergreifende Miteinander thematisieren, um den Zusammenhalt zu fördern und zu sichern.

Das Problem der Angst im Umgang mit Anderen

Wenn man heute eine grĂ¶ĂŸere Menschengruppe sieht, fĂŒhlt sich das in Deutschland komisch an (das gehört sich nicht), wĂ€hrend sich in Österreich und der Schweiz Menschen wieder relativ frei bewegen und miteinander feiern. Diese Angst hemmt junge Menschen in Deutschland, um Ă€ltere Menschen und Risikogruppen zu schĂŒtzen.


2 . Generationengerechtigkeit aus Sicht der Generation Z

1. Thema: Was bedeutet Generationengerechtigkeit?

TRENDTHESE: Den Jungen geht es bei Generationengerechtigkeit ganz grundsĂ€tzlich um Respekt und Gerechtigkeit allen gegenĂŒber. Sie sind wenig auf Vorteile der Jungen bedacht und nehmen besondere RĂŒcksicht auf BedĂŒrfnisse der Älteren.

Corinna: Menschen, die jetzt in Positionen sitzen und Entscheidungen treffen können, sollten die Jungen nicht fĂŒr Ihre eigenen Zwecke ausnutzen. 

Amelie: Weil Generationengerechtigkeit Gerechtigkeit fĂŒr alle bedeutet und nicht fĂŒr eine Generation. 

Nike: Die These sollte erweitert werden! Zentral ist, dass Generationsgerechtigkeit nicht nur fĂŒr die Situation jetzt, sondern auch fĂŒr kĂŒnftige Generationen mitdenkt.  

Kilian: Ich fĂ€nde die These passender als “sind auf die Vorteile von allen bedacht”

2. Thema: Wie generationengerecht findest du die Situation?

TRENDTHESE: Junge Menschen sehen die Corona-Krise aktuell kaum als Thema der Generationengerechtigkeit. Sie sind nicht besonders zufrieden mit dem Zustand der Generationengerechtigkeit, doch wie die Krise gemanagt wird, finden Sie ĂŒberwiegend gut.

Nike: Es ist gut, wie Deutschland und Österreich das geregelt hat. “Bleib zuhause” hat ein SolidaritĂ€tsgefĂŒhl vermittelt. Unsere Eltern und Großeltern haben schließlich auch viel fĂŒr uns gemacht.

Kilian: Ich wĂŒrde dem zustimmen und finde, dass wir das ganz gut gemanagt haben. 

Marie: Ich finde gut, wie junge Menschen sich fĂŒr Ältere eingesetzt haben. 

Gabriela: Der solidarische Gedanke ist wichtig, dass wir die Situation möglichst gut zusammen bewÀltigen.

3. Thema: Wie sollten wir mit weiteren Pandemie-Wellen umgehen?

TRENDTHESE: Junge Menschen sind ĂŒberwiegend einverstanden mit dem Krisenmanagement der Politik und wĂŒrden einen weiteren Lockdown unterstĂŒtzen.

Gabriela: Wichtig ist hier zwischen Lockdown und Shutdown zu unterscheiden. In der Schweiz gab es keinen Lockdown und ich glaube, dass junge Leute einen solidarischen Shutdown im Falle einer weiteren Pandemie-Welle unterstĂŒtzen wĂŒrden. 

Nike: In solchen Situationen muss man auch einfach mal Vertrauen haben in die EntscheidungsmÀchte und Leute die Plan haben von dem Kram. Ich hinterfrage gerne, aber bei den ganzen Verschwörungstheorien hört mein VerstÀndnis auf. Die Einstellung zur Hygiene wird sich vermutlich verÀndert haben. 

Amelie: Ja, ich wÀre einverstanden, wenn die Anzahl der Neuinfektionen es wieder erfordert. Die Zahlen bestÀtigen ja auch, dass es etwas gebracht hat. 

Felix: Ich finde die Politik etwas voreilig mit den Lockerungen umgeht. Es fĂŒhlt sich jetzt komisch an, wenn Leute jetzt in Gruppen beisammen sind.

4. Thema: Worauf kommt es an, um die Corona-Krise im Interesse der Jungen zu bewÀltigen?

TRENDTHESE: Am wichtigsten finden Junge die Verbesserung von digitaler Bildung, die Förderung von soz. Zusammenhalt und die Schaffung beruflicher Perspektiven. Umwelt- und Klimaschutz, Mitbestimmung und generationengerechte Schuldenlast sind nicht Top-PrioritÀt.

Kilian: Digitale Bildung bedeutet auch, Informationsquellen abzuwÀgen, zu wissen, wem man glauben kann und nicht auf C-Promis und ihre wilden Thesen reinzufallen. 

Die Menschen sind mit Home-Office gut klargekommen, wĂŒnschen sich aber mehr Support von der Arbeit und der Politik. UnterstĂŒtzung fĂŒr die Eltern fĂŒr die Betreuung ihrer Kinder gehört auch dazu. 

Amelie: Digitale Bildung bedeutet in digitale Bildung und Lehre zu investieren. Vor der Corona-Krise wĂ€re Umwelt- und Klimaschutz sicher wichtiger gewesen. Das Schaffen von Perspektiven ist generationenĂŒbergreifend ganz wichtig. 

Corinna: Die Corona-Krise ist eine Chance, das “Danach” nachhaltig besser zu machen. Man kann jetzt Systeme schaffen, zum Beispiel fĂŒr die digitale Bildung, die man auch danach nutzen kann. Es ist hinderlich, dass Klimaschutz zu sehr als Kostenfaktor fĂŒr die Wirtschaft und zu wenig als Chance diskutiert wird. Politiker denken aktuell leider zu wenig daran, wie man die Wirtschaft nachhaltig besser machen kann. 

Es ist schwieriger Umweltschutz in die Medien zu bekommen, wenn Fridays for Future sich nicht regelmĂ€ĂŸig fĂŒr Demos treffen kann. Beim “Netzstreik” sind wir weitestgehend unter Gleichgesinnten, in der Straße sehen es auch andere. An der Schule gilt es auch Ă€ltere Mitzunehmen durch Fortbildungen.

Nike: Die Zukunft liegt in der Technologie. Digitalisierung von Bildung muss besser vorbereitet werden. Schulen gehen davon aus, dass jedes Kind einen Computer zuhause hat und zwischen 9 und 14 Uhr immer erreichbar ist.

5. Thema: Was können wir tun, um Zukunft zu gestalten?#generationengerecht #miteinander

TRENDTHESE: Im Moment ist vieles im Umbruch und es wird keine RĂŒckkehr zum alten “Normal” geben. Eine neue NormalitĂ€t entsteht und der Zeitpunkt, um sie zu gestalten, ist jetzt.

Kilian: Die Kluft zwischen jĂŒngeren und Ă€lteren Menschen wird bei der Nutzung digitaler Medien immer grĂ¶ĂŸer. Da braucht es UnterstĂŒtzung wie Mentoring-Programme und diverse Teams. 

Marie: Wir können uns alle gegenseitig helfen. SchĂŒler helfen Ă€lteren Lehrern im Umgang mit Technik und Social Media. 

Amelie: Sozialen Zusammenhalt und das Miteinander thematisieren, wie z.B. Rentengerechtigkeit und in digitale Bildung fĂŒr alle Generationen investieren. Die Zugangsbarrieren zu digitaler Bildung reduzieren. 

Nike: Zwischengenerationalen Diskurs fördern und KindergĂ€rten mit Altersheimen unter ein Dach bringen. Jetzt ein soziales Jahr fĂŒr alle einfĂŒhren – fĂŒr Junge und fĂŒr Ältere (bevor man in die Rente geht)

Felix: Die nÀchste Generation, die in die Altenheime kommt und ihre ganze Technik mitbringt, sollte lernen, wie Technik zu benutzen ist. 

Corinna: Den Kopf einschalten im Umgang mit digitalen Informationen und Reflektieren. Das Engagement von denen verstetigen, die durch die Krise Engagement fĂŒr sich entdeckt haben. Super ist auch der Hackathon Wir vs. Virus der Bundesregierung:  https://wirvsvirus.org/projekte/

Gabriela: Generationen ĂŒbergreifend Wissen teilen und auf die verschiedenen BedĂŒrfnisse der verschiedenen Generationen hören. Cool ist auch, welche neuen GeschĂ€ftsmodelle jetzt entstanden sind.


3 . Teilnehmende des GenZ Trendtalks “Generationengerechtigkeit”

Teilnehmer Trendtalk Generationengerechtigkeit aus Sicht der GenerationZ

Kilian, Doktorand an der UniversitÀt Konstanz

Amelie, 6. Semester Erziehungswissenschaft in Innsbruck 

Nike, 6. Semester Erziehungswissenschaft in Innsbruck

Felix, Auszubildender in Schwerte 

Marie, SchĂŒlerin in Schwerte

Gabriela, Young Professional in ZĂŒrich

Corinnna, SchĂŒlerin in Kempten

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4. Generationengerechtigkeit: Fazit

FĂŒr junge Menschen hat SolidaritĂ€t zwischen den Generationen einen hohen Stellenwert, weil sie ihrer Elterngeneration verbunden ist und auf sie RĂŒcksicht nehmen möchte. Der Knackpunkt fĂŒr Generationengerechtigkeit wird sein, dass Politiker und Meinungsbildner die zentralen Themen fĂŒr zukĂŒnftige Generationen jetzt fĂŒr die Antworten der Krise berĂŒcksichtigen. Die in Deutschland lange Zeit verschlafene Digitalisierung am Arbeitsplatz und im Bildungssystem sollte endlich so aufgesetzt werden, dass bei zukĂŒnftigen Pandemie-Wellen oder anderen GrĂŒnden fĂŒr einen Shutdown nicht wieder alles lahm liegen muss. Wenn wir betrachten, in welchem Maß die Krise uns zum Umdenken zwingt, dann ist die Corona-Krise eine echt große Chance. Lassen Sie uns diese Chance nutzen.

 

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