Jetzt gibt es belastbare Daten dafür, dass die junge Generation genauso viel arbeitet, wie zuletzt die damals junge Generation X in den 90er-Jahren und deutlich mehr als die Generation Y (als 20- bis 24-jährige) in den 00er- und 10er-Jahren. Was führt dazu, dass Führungskräfte die Generation Z als faul erleben? Da die Verantwortung von Arbeitgebern und Führungskräften für ein motivierendes Arbeitsumfeld in der Diskussion gerne vernachlässigt wird, geben wir zum Schluss ein paar Tipps, um die Generation Z für Leistung zu motivieren.
[.rt-prehead]INHALTSVERZEICHNIS[.rt-prehead]
[.black-link]1. Fakten statt Vorurteile: Der Arbeitseifer der Generation Z im Generationenvergleich[.black-link]
[.black-link]2. Jeder tickt anders. Die eine Generation Z gibt es nicht[.black-link]
[.black-link]3. Wie gelingt motivierende Führung für die Generation Z?[.black-link]
[.black-link]4. Drei Tipps zur Steigerung der Leistungsmotivation bei jungen Mitarbeitenden von Simon Schnetzer[.black-link]
[.black-link]5. Fazit[.black-link]
Die Generation Z (Geburtsjahrgänge etwa zwischen 1995 und 2009) steht oft im Kreuzfeuer der Kritik. Viele Führungskräfte erleben die junge Generation als faul, wenig motiviert und weniger mitdenkend. In unseren Führungskräftebefragungen berichten sie häufig, dass Mitarbeitende der Generation Z nicht selbständig arbeiten, eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne haben und ihre Arbeitsmotivation im Vergleich zur älteren Generation deutlich geringer ist. Aussagen wie „Man muss sie antreiben und gefühlt täglich motivieren“, „Es mangelt an Respekt“ oder „Häufige Krankmeldungen und geringe Kritikfähigkeit“ prägen das Bild, das viele Arbeitgeber von dieser Generation haben.
All diese Eindrücke führen oft zu dem pauschalen wie populären Urteil, dass die Generation Z faul sei. Die neuesten Erkenntnisse aus der Arbeitsmarktforschung belegen das Gegenteil: Die Generation Z ist fleißig. Fleißiger als die Generation Y und genauso fleißig wie die Generation X in jungen Jahren.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (kurz IAB) hat kürzlich auf Basis des Mikrozensus eine bemerkenswerte Studie unter dem Titel “Generation Z - Noch ein Klischee weniger” veröffentlicht. Die Analyse zeigt, dass die Erwerbsbeteiligung junger Menschen zwischen 20 und 24 Jahren deutlich höher ist als bei der Generation Y und etwa gleich hoch ist wie bei der Generation X. Die Vollzeit- und auch die Teilzeitbeschäftigungen haben in der Altersgruppe der Generation Z deutlich zugenommen. Diese Entwicklung widerlegt das Klischee der arbeitsscheuen, faulen Jugend deutlich.
Junge Menschen, die der Generation Z zugerechnet werden, wachsen in einer Zeit auf, in der die Anforderungen an Flexibilität, Digitalisierung und Selbstorganisation enorm hoch sind. Jede:r jongliert auf seine / ihre Weise mit schulischen oder universitären Verpflichtungen, übernimmt häufig bereits früh Nebenjobs oder macht Praktika, um Berufserfahrung zu sammeln. Gleichzeitig engagieren sich viele in ehrenamtlichen Projekten oder setzen sich für soziale und ökologische Themen ein. Und sie leben parallel in der digitalen Welt, engagieren sich dort für Themen, für ihre Weiterbildung und für ihre Sichtbarkeit. Deutliche Unterschiede innerhalb von Altersgruppen beobachten wir aufgrund des Bildungsgrads von Eltern, den in Familien vorherrschenden Sorgen wie Arbeitslosigkeit und Armut oder aufgrund des Geschlechts.
Im Rahmen von Zukunftsgestalter-Workshops für Unternehmen und für unsere Trendstudien in Deutschland, Österreich und in der Schweiz erleben wir im Gespräch mit jungen Menschen in der Arbeitswelt regelmäßig, dass es nicht die „eine Generation Z“ gibt. Vielmehr hängt der Arbeitseifer junger Menschen stark davon ab, wie die Arbeitsatmosphäre ist und wie sie geführt werden. Eine gute Arbeitsatmosphäre kann aus einer sonst eher langweiligen Aufgabe einen Traumjob machen. Und eine motivierende Führungskraft kann aus vermeintlich faulen Mitarbeitenden engagierte Leistungsträger machen, die gerne Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig wissen wir aus unserer täglichen Arbeit mit Unternehmen, dass diese Haltung bei vielen Führungskräften ein Umdenken erfordert.
Ein wichtiger Schritt, um die junge Generation für Leistung zu motivieren, bedeutet für viele Führungskräfte, sich selbst zu hinterfragen. Es reicht nicht aus, die eigene Jugend als Maßstab dafür zu nehmen, wie junge Mitarbeitenden ticken. Stattdessen gilt es, zu verstehen, welche Werte und Erwartungen die eigenen Mitarbeitenden der Generation Z an die Arbeitswelt haben. Der Vergleich mit Anderen, die Erwartungshaltung an schnelles Feedback und der Wunsch nach einer guten Work-Life-Balance spielen hier eine wichtige Rolle. Was für Ältere vielleicht nach „wenig Einsatz“ aussieht, ist für die jüngere Generation oft ein gesunder Umgang mit der eigenen Energie und mentalen Gesundheit.
In unserer Arbeit mit Führungskräften von mittelständischen und großen Unternehmen hat es sich bewährt, dass wir zunächst das Bewusstsein für Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Generationen schärfen, um dann mit konkreten Tools und Praxisbeispielen aufzeigen, wie Führungskräfte mit problematischen Situationen mit der Generation Z oder in altersgemischten Teams gut umgehen können. Unser gemeinsames Ziel ist es, zukunftsfähige Teams zu schaffen, in denen sich ältere Mitarbeitende abgeholt fühlen und die jungen motiviert sind. Wir nennen es übrigens “Generation Gemeinsam”, weil im Miteinander der Teams die wahre Superkraft steckt.
Die “Faulheit” der Generation Z ist häufig ein Sammelbegriff, hinter dem ganz unterschiedliche Herausforderungen stecken. Oft geht es nicht um mangelnde Bereitschaft, sondern um fehlende Orientierung, Missverständnisse in der Kommunikation oder schlichtweg andere Bedürfnisse und Erwartungen an die Arbeit. Führungskräfte sollten genauer hinschauen und hinterfragen, was wirklich hinter dem Verhalten steckt.
Simon Schnetzer, Jugendforscher & Leadership Coach
Studien wie unsere Trendstudie “Jugend in Deutschland” liefern wertvolle Hinweise, was junge Menschen antreibt. Die Top-3 sind beispielsweise Geld, Spaß und Ziele erreichen. Doch jeder Mensch tickt anders und wer das eigene Team oder bestimmte Kolleg:innen motivieren möchte, sollte genau diese fragen, was für berufliche Ziele sie haben, wann ihnen Arbeit keinen Spaß macht und was sie für Leistung motiviert.
» Wie gut verstehst du, was deine Kolleginnen und Kollegen antreibt?
Jede Führungskraft hat vermutlich schon mal von SMARTen Zielen gehört. Im Alltag geht die Anwendung dieser simplen Regel leider häufig unter, obwohl sie so wirkungsvoll wäre, um aus demotivierenden Aufgaben gute zu machen. Es geht also nicht darum, das Führungskräfte zu Entertainern werden, sondern dass sie Aufgaben spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert formulieren. Das schafft Klarheit und lässt Aufgaben bewältigbar wirken.
» Wie SMART formulierst du Aufgaben, wenn du diese stellst?
Die junge Generation ist es gewohnt, sehr schnell Feedback zu bekommen. Das ist kein Fehler, sondern einfach normal, wenn man mit Smartphone und Social Media aufwächst. Diese antrainierte Erwartungshaltung haben sie auch, wenn sie arbeiten. Gute Führungskräfte pochen nicht darauf, dass junge Menschen schnell ohne Feedback klarkommen, sondern definieren, wann sie ansprechbar sind und führen die jungen Kolleg:innen dahin, dass sie Entscheidungen eigenständiger treffen können.
» Wie gut bist du für junge Kolleginnen und Kollegen erreichbar, um Feedback zu bekommen?
Für Führungskräfte, die eine attraktive Führungskultur für junge Mitarbeitende und altersgemischte Teams entwickeln wollen, bieten wir das Next Generation Leadership Coaching an.
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Die Generation Z ist keineswegs faul. Sie arbeitet nicht weniger, sondern anders und mehr als die Generation Y. Statt in Vorurteilen zu verharren, sollten Führungskräfte verstehen, dass der Arbeitseifer der Generation Z nicht nur durch hartes Fordern, sondern auch durch konsequente Förderung erreicht wird. Wer dies beherzigt, wird die Generation Z als wertvolle und engagierte Mitarbeitende erleben und tut sich leicht, diese zu gewinnen und zu binden.