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Liebe Generation Zler, 

ihr seid jung, voller Ideen, was Digitalisierung angeht quasi angeboren fit und viele von euch arbeiten schon und haben Chefs. In der Regel fragen mich Führungskräfte, wie sie euch besser führen können. Heute möchte ich euch ein paar Tipps geben, wie ihr mit euren Vorgesetzten (GenY, GenX, Babyboomer) besser klarkommt und mehr Spaß bei der Arbeit haben könnt. An alle Zler und Gen Z Chefs: Viel Spaß beim Umsetzen!


Tipps 1-3: Ziele und Bedürfnisse verstehen

1. Erfolg definieren: Was ist das Ziel deines Arbeitgebers?

Mach dir bitte zunächst bewusst: Wann ist das Unternehmen, die Organisation oder die Einrichtung, für die du arbeitest, erfolgreich? Und dann schreibst du dir auf, in welcher Weise dein*e Vorgesetzte*r und du zu diesem Erfolg beitragen können?

2. Denkweise der Führungskraft verstehen: Wie tickt dein*e Vorgesetzte*r? 

Egal ob dein*e Chef*in Babyboomer, Generation X oder Generation Y ist, er oder sie ist in einer anderen Zeit aufgewachsen. Stelle deiner Führungskraft einmal diese zwei Fragen: 

  • Wie wurden Sie in Ihren ersten Berufsjahren geführt? 
  • Und was macht aus Ihrer Sicht einen guten Vorgesetzten aus? 

Aus den Antworten erfährst du viel über deine*n Gen Z Chef*in als Mensch und über seine/ihre Verhaltensweise. Genau wie du vermutlich auch, will dein*e Vorgesetzte*r einen guten Job machen, Spaß bei der Arbeit haben und sich nicht um die Zukunft sorgen müssen. Ein Tipp für dich, wenn du solche Fragen stellst: Sei neugierig und bewerte nicht.

3. Individueller Beitrag zu mehr Spaß: Wie kann ich meine*n Chef*in unterstützen?

Ich sage nicht, dass du alles tun musst, was deine*n Chef*in glücklich macht. Doch es bringt dich weiter, dir bewusst zu machen, was du dafür tun könntest. Oft sind es kleine Dinge wie z.B. der Ton, in dem man morgens kommuniziert, oder ob man sich die Zeit nimmt, auch die Chefin oder den Chef einmal zu fragen, wie es ihr/ihm geht und zu loben. Je mehr Spaß dein*e Vorgesetzte*r bei der Arbeit hat, desto mehr Spaß wird es auch dir machen. Schreibe zwei Listen mit Dingen, die du tun könntest, damit (erstens) dein*e Chef*in und (zweitens) deine Kolleg*innen mehr Spaß bei der Arbeit haben. Gute Atmosphäre ist ansteckend.


Tipps 4-6: Kommunikationskultur fördern

In den meisten Unternehmen, die ich kenne, entstehen Probleme nicht, weil zu viel kommuniziert wird, sondern weil zu wenig oder falsch kommuniziert wird. Versuche nicht alles auf einmal zu verändern, sondern schlage Formate vor, die ihr im kleinen ausprobiert und wenn es läuft skalieren könnt.

4. Klarheit und Transparenz fördern: Team vs. Einzelkämpfer 

Es gibt nichts ärgerliches, als wenn sich ein Team anfühlt, wie eine Gruppe von Einzelkämpfer*innen. Wenn du dieses Gefühl bekommst, bitte deine*n Vorgesetzte*n ein wöchentliches oder vielleicht sogar tägliches kurzes Meeting einzuführen. Das Ziel sollte sein, dass alle Kolleg*innen (in Teams bis max. 10-12 Leuten) kurz mitteilen: 

  1. Was habe ich gemacht? 
  2. Woran arbeite ich jetzt? 
  3. Wobei benötige ich Unterstützung? 

Dadurch weiß jede*r im Team täglich oder wöchentlich, wer woran die anderen arbeiten, wie die verschiedenen Aufgaben ineinander greifen, ob es Reibungen gibt und ob jemand gerade Hilfe benötigt. Selbst wenn alle im Alltag Einzelkämpfer sind, entsteht dadurch mehr Teamgefühl. Aber Vorsicht: Die Meetings müssen kurz und knapp sein und alles was mehr Zeit benötigt bitte bei einer anderen Gelegenheit bzw. in kleinerem Rahmen separat besprechen.

5. Struktur für Feedback: Gelegenheiten für Wertschätzung und Orientierung 

Vielen GenZ-Chefs ist nicht (mehr) bewusst, wie wichtig es gerade in den ersten Berufsjahren ist, regelmäßig Feedback zu bekommen. Hinzu kommt, dass es für dich als GenZler*in normal ist, sofort Rückmeldung zu bekommen (zumindest bei Instagram, WhatsApp oder TikTok). Damit Chefs nicht ständig Feedback geben müssen und du nicht zu lange auf Rückmeldung wartest, einigt ihr euch am besten auf eine wöchentliche Gelegenheit, bei denen du und deine Kolleg*innen für Ihre Arbeit Feedback bekommen. Wenn du es deine*r Chef*in leichter machen möchtest, dann leistet ihr Vorarbeit mit einer Selbstbeurteilungen zu den folgenden Fragen: 

  1. Wie bin ich herangegangen an die Erfüllung einer bestimmten Aufgabe?
  2. Wie bewerte ich das Ergebnis? 
  3. Was könnte ich beim nächsten Mal besser machen? 
  4. Was habe ich dabei gelernt?
  5. Welche Tipps würde ich Kolleg*innen für dieselbe Aufgabe geben?

6. SMARTe Aufgaben einfordern » klare Kommunikation und Ziele

Je klarer dir ist, was du tun sollst und wann eine Aufgabe gut erfüllt ist, desto besser und motivierter kannst du die Aufgabe angehen. Viele Führungskräfte haben es entweder noch nicht gelernt, Aufgaben gut zu überantworten, oder sie beherzigen nicht mehr, wie wichtig es ist, sich genug Zeit dafür zu nehmen. Wenn du häufig nachfragen musst und nicht genau weißt, was du machen sollst, bitte deine*n Chef*in um smarte Aufgabenstellungen, also Aufgaben die spezifisch, messbar, aktivierend, realistisch und (zeitlich) terminiert sind » siehe hier für weitere Infos Wikipedia „SMARTe Aufgaben“  

Mein Tipp

Wende eine SMART-Checkliste auf eine deiner Aufgaben an, um herauszufinden, was dein Chef besser tun könnte. Frag dann nach, ob er/sie künftig bei der Aufgabenerteilung die SMART-Kriterien berücksichtigen könnte.


3. Tipp 7: Freiräume für Ideen fördern

Generationengemischtes Team - Gen Z Chefs
Vertreter versch. Generatiionen in einem Team; Photo: clayton cardinalli bei unsplash

Wenn du Tipps 1 bis 6 umgesetzt hast, dann haben du und dein*e Vorgesetzte*r vermutlich schon ein ganz gutes Verhältnis entwickelt. Außerdem merkt er/sie, dass du Lust hast, die Zukunft im Team mitzugestalten. Dann ist es an der Zeit, dass ihr einen Raum oder Rahmen schafft, in dem ihr regelmäßig Ideen sichtbar macht, weiterdenkt und schaut, wie ihr sie ausprobieren könnt. Formate für solche Treffen können ähnlich einem Barcamp oder einem Innovationssprint sein, oder einfach ein Ideen-Briefkasten, der einmal im Monat vom Team geleert und bearbeitet wird.


Tipp 8: Wenn es mit dem/r Chef*in gar nicht klappt

Tipp in 4 Schritten - Gen Z Chefs

Es gibt Gen Z Chefs und Teams, mit denen man sich so überhaupt nicht versteht, dass man gar keine Energie für eine gemeinsame Perspektive aufwenden möchte. Ich will dich dennoch ermutigen, die zwei Schritte mit Tipps 1-3 und 4-6 zu probieren. Manchmal hilft ein gutes Gespräch oder eine gewisse Erkenntnis, um den Konflikt oder die Barriere des Unverständnisses zu überwinden. Wenn du danach sicher bist, dass ihr nicht zusammenfindet, dann mach das Beste aus der Erfahrung: Achte bei deinen nächsten Bewerbungen darauf, mit wem du (im Fall der Einstellung) zusammenarbeiten würdest.


Fazit und Feedback: Erfahrungen aus der Umsetzung (für Zler und Gen Z Chefs)

In den über 10 Jahren, die ich als Jugendforscher und Experte im Einsatz bin, habe ich schon viele frustrierte junge Beschäftigte getroffen. Zu häufig suchen junge Menschen den Fehler bei sich, wenn sie schlecht geführt werden. Der Schlüssel zu Spaß und Erfolg bei der Arbeit und einer guten Atmosphäre im Team liegt nicht darin, dass du still gehorchst, sondern dass ihr euch als Team gemeinsam weiterentwickelt. 

Zwei Bitten: 

  1. Den Artikel teilen (insbesondere GenZ-Chefs)
  2. Auf LinkedIn deine Erfahrungen teilen und mitdiskutieren: LINK 
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Simon Schnetzer News

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