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Schriftzug Generation Reset

Welche Generation folgt auf die Generation Z? Bisher haben Jugendforscher und Soziologen diese Frage mit der Generation Alpha beantwortet. Seit das Covid-19-Virus die Welt in Atem hält, ist immer wieder die Rede von einer Generation Corona. Doch dieser Begriff umfasst nur einen kleinen Ausschnitt von dem, was mit jungen Menschen gerade passiert. Als Fazit aktueller Jugendstudien, Trendforschung und virtueller Zukunftsgestalter-Workshops hat der Jugendforscher Simon Schnetzer den Begriff „Generation Reset“ geprägt.


1. Wer ist die Generation Reset?

Erster Entwurf: Definition der Generation Reset
Diese Generation bezeichnet Jugendliche und junge Erwachsene, die in einer empfindlichen Phase der Persönlichkeitsentwicklung durch die Corona-Pandemie gestört wurden/werden, das Gefühl von Kontrolle über ihr Leben verlieren und das Vertrauen in Miteinander, Wirtschaft, Politik und Zukunft neu aufbauen müssen. Die Generation Reset bezieht sich auf junge Menschen, die grob zwischen 16 und 26 Jahre alt sind und vor oder nach wichtigen Übergängen im Leben stehen: Ausbildung, Studium, Berufsleben, freiwilliges Jahr, Auslandserfahrung, Praktikum. Junge Menschen dieser Generation vereint, dass sie aus den Scherben ihrer geplatzten Träume die eigene Zukunft und die der Gesellschaft neu gestalten müssen.

Pause and rest - Generation Reset
© castorly auf pexels

2. Warum braucht es einen neuen Generationenbegriff?

Das was verschiedene Generationen unterscheidet ist nicht der Geburtsjahrgang. Die größten Unterschiede zwischen Generationen sind der Stand der Technologie und die gesellschaftlichen Konventionen in der prägenden Phase der Kindheit und Jugend. Das Corona-Virus und die von Greta Thunberg initiierte Fridays for Future-Bewegung sind wichtige Einflüsse, die das Leben und Erwachsenwerden der Generation Z in entscheidender Weise prägen. Allerdings ist der Effekt von Greta oder Corona nicht so umfassend, dass er eine ganze Generation beschreiben könnte.

Mit neuen Begriffen für eine Generation sollten wir immer sehr vorsichtig sein. Aber es stimmt, die jüngste Generation steht vor Herausforderungen eines völligen Neustarts. Da ist der symbolische Begriff Reset passend.
Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Hurrelmann (Hertie School)


3. Lebensgefühl einer neuen Generation

Lebensfgefühl Generation Reset
© Andrew Neel auf pexels

In der Momentaufnahme steht die Generation Reset für Verlustängste, geplatzte Träume und das Gefühl nicht vorwärts zu kommen. Es ist als würde jemand immer wieder, sobald sie wieder einen Plan fassen, die Reset-Taste drücken und sie zum Anfang zurück schicken. Dadurch nehmen sie sich als Opfer des Virus und des Systems wahr. Nach und nach wird allen klar, dass es keinen Weg zurück zur alten Normalität (vor Corona) gibt und dass sie ein neues System, eine neue Normalität aufbauen müssen. Um das Vertrauen zwischen Menschen, zur Wirtschaft, in die Politik in dieser neuen Normalität wieder aufzubauen, wird die Beteiligung der Jungen eine zentrale Rolle spielen. Daher steht das Reset nicht nur für das Ende der Zeit vor Corona und die Krisen-Phase der Pandemie, sondern eben auch für die Zeit danach und den Neuanfang. Die Generation Reset wird ähnlich der Nachkriegsgeneration eine neue Normalität entwickeln und prägen. 


4. Typische Geschichten von Vertreter:innen der Generation Reset

Jugendliche, denen alles was ihnen in der Freizeit Spaß macht – Hobbys, Tanzen, Feiern, Reisen etc. – verboten wird.

Schüler:innen, die erleben, wie das Bildungssystem versagt. Die auf ihren Realschulabschluss oder das Abitur lernen und Angst davor haben, für immer den Stempel des Corona-Abschlusses zu tragen und schlechtere Chancen auf dem Arbeits- oder Bildungsmarkt zu haben.

Auszubildende, deren Lehrinhalte unter erschwerten Bedingungen oder nicht vermittelt werden können, die häufig im Homeoffice in ihrem Kinderzimmer statt im Betrieb mit Kolleg:innen lernen. Auszubildende, die nicht mehr sicher sind, ob sie übernommen werden, oder wann ihr Betrieb Insolvenz anmelden muss.

Studierende, die mit dem Online-Studium und der Einsamkeit nicht klar kommen, weil ihnen die Struktur fehlt und sie nicht mehr wissen, welche Perspektive sie motivieren könnte.

Junge Berufstätige, die in Kurzarbeit sind und nicht wissen, wann sie regulär zurück zur Arbeit dürfen. Oder die ihren Job verloren haben, weil ihnen am einfachsten gekündigt werden kann.

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5. Der Weg von Reset zum Neustart

Den großen Reset hat die junge Generation bereits erlebt. Was jetzt fehlt, ist der Neustart. Es ist klar, dass ein Neustart kommen wird – die Frage ist nur, wann er kommt und wie.

Ich glaube, was junge Menschen in der Corona-Krise am meisten benötigen, ist eine Perspektive. Dass sie nicht mehr Opfer der Krise und des Systems sind, sondern als Zukunftsgestalter:innen zum Teil der Lösung werden. Daher empfehle ich der Politik zur Bewältigung der Krise massiv auf Beteiligung der Jugend zur Gestaltung der Zukunft zu setzen.
Simon Schnetzer, Jugendforscher und Beteiligungsaktivist

Neustart - Generation Reset
© Vicky Tran auf pexels