Wie geht die Generation Y mit Geld um?

Diese Frage stellt sich neben Eltern auch der deutsche Bankenverband in seiner aktuellen Jugendstudie. Das Geld junger Leute ist die Eintrittskarte für Spaß und Status … und die Spareinlage. Junge Deutsche sparen wie die Weltmeister, obwohl sie Banken immer weniger trauen.
Dieser Beitrag ist Teil einer Serie, in der Simon Schnetzer aktuelle Studien über die Generation Y mit den wichtigsten Ergebnissen vorstellt und ihre Bedeutung diskutiert.

Zehn spannende Erkenntnisse über die Generation Y und das Thema Finanzen

Generation Y, Finanzen, Sparen

  1. Positive berufliche Aussichten
    27% sehen ihre beruflichen Aussichten sehr gut und 63% gut
  2. Monatliches Einkommen – beachtlich
    Das jungen Deutschen durchschnittlich pro Monat zur Verfügung stehende Einkommen liegt bei € 607 , für die 21-24-Jährigen liegt es gar bei € 1.165
  3. Eltern sind die Hauptquelle des Einkommens
    44% beziehen ihr Haupteinkommen von Eltern oder Verwandten, 32% sind berufstätig und 14% beziehen ein Einkommen aus Nebentätigkeiten
  4. Jeder hat ein Smartphone
    96% der 14-17-Jährigen besitzen ein Smartphones – von den Älteren sind es weniger
  5. Top-Priorität: Datenschutz
    95% der 14-17-Jährigen finden Datenschutz wichtig, 10% der 18-24-Jährigen finden ihn nicht so wichtig oder egal
  6. Online-Banking – noch nicht so verbreitet
    Nur 20% der jungen Deutschen benutzen Online-Banking regelmäßig, 65% nutzen es nie
  7. Alle sparen, bis auf 15%
    53% sparen regelmäßig mit durchschnittlichen Beträgen von € 36 (14-17-Jährige), € 97 (18-20-Jährige) und 236 € (21-24-Jährige)
  8. Das Sparbuch – ein Auslaufmodell
    71% der 14-15-Jährigen haben ein Sparbuch; von den 21-24-Jährigen sind es nur 45%, dafür haben 91% von ihnen ein Girokonto
  9. Das Ansehen der Banken nimmt ab
    66% der jungen Deutschen haben eine gute bis sehr gute Meinung von Banken und Sparkassen; der Anteil junger Leute mit einer nicht so guten, oder schlechten Meinung ist in den vergangenen12 Jahren erheblich gestiegen
  10. Geldanlage soll möglichst sicher sein
    Als Erwartung an eine Bank ist für 90% eine sichere Geld- oder Sparanlage sehr wichtig oder wichtig und für 84% eine Bankfiliale in der Nähe

Relevanz der Ergebnisse für Unternehmen und Politik

Allgemein sieht die Generation Y die Digitalisierung sehr positiv. Doch die Akzeptanz von online bereitgestellten Anwendungen variiert sehr stark mit dem Absender und dem gefühlten Mehrwert. Das Sparen ist kein emotionaler Vorgang – der Mehrwert erschließt sich nur bei bewusstem Nachdenken, es vermittelt keine Freude. Ganz anders dagegen sieht es aus beim Shopping, das bereits von 70% der 14-24-Jährigen betrieben wird, was einen hohen Grad an Komfort bietet und Freude bereitet. 

Junge Menschen sind dem Internet gegenüber dem Umgang mit Daten sehr kritisch eingestellt. Aber sie scheinen sich nur konsequent zu verhalten, wenn die Nutzung nicht mit Annehmlichkeiten wie einfach kommunizieren, daten oder billiger shoppen verbunden sind. Für Banken bedeutet das eine Gratwanderung, denn die Seriösität eines vertrauenswürdigen Geldinstituts können sie nicht opfern, um die Nutzeranzahl zu steigern. Wird das Handy künftig auch der Geldbeutel der Generation Y sein?

 

Kritische Einschätzung der Studie und ausgewählter Ergebnisse

Repräsentativität: Kann eine Jugendstudie, die per Telefon ihre Teilnehmer/innen erreicht heutzutage noch repräsentativ sein? Wer bleibt freiwillig am Telefon wenn jemand anruft und über 30 Fragen stellen möchte? 651 Jugendliche und junge Erwachsene aus Deutschland haben diese Fragen beantwortet und die Antworten geben einen interessanten Überblick.

Einkommen: Das durchschnittliche verfügbare Einkommen erscheint mir persönlich recht hoch. An dieser Stelle wäre etwas mehr Information, was alles zu diesem Einkommen gerechnet wurde sehr hilfreich. Bekommt ein 14-Jähriger tatsächlich so viel Taschengeld, dass er davon 36€ zur Seite legen kann? Da niedrige finanzielle Angaben für Menschen eher peinlich sind, ist es möglich, dass hier von den Studienteilnehmer/innen eher höhere Angaben gemacht wurden.

Digitalisierung: An dieser Stelle wäre es spannend, die Teilnehmer/innen zwischen Großstadt und ländlichem Raum zu unterscheiden. Die Akzeptanz von Online-Applikationen ist grundsätzlich in Städten höher als im ländlichen Raum, was nicht nur mit der Einstellung  der Leute zu tun hat, sondern auch mit der schlechteren Internet-Verbindung.

Diese Ergebnisse stammen aus der Jugendstudie 2015 des dt. Bankenverbands „Wirtschaftsverständnis, Finanzkultur, Digitalisierung“. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) Nürnberg hat dafür Anfang Juni 2015 insgesamt 651 Jugendliche und junge Erwachsene telefonisch befragt.
Links: Weitere Informationen zur Studie | Download der Studienpräsentation
Mehr zum Thema: Die Bild-Zeitung z.B. präsentiert in einem Hintergrundartikel, wie die Jugend in Deutschland tickt, was sie am liebsten kaufen und wie viel ihrer Finanzen sie für Alkohol ausgeben.

 

 

 

 

 

Simon Schnetzer

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